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    Digital Marketing Kickoff 2017

    13 Warnsignale, dass dein Webtext müffelt

    Wie du schlechten Webtext erkennst und behebst
    Was riecht denn hier so unangenehm? Ah. Verstehe. Dein Webtext. Bild: Pixabay

    Es ist uns allen schon mal passiert. Man rackert sich für seinen Webtext ab, wählt jedes Wort vorsichtig aus, überarbeitet alle Sätze genau und bringt es auf Hochglanz.

    Dann stellt man das Ganze online – und beim Messen der Ergebnisse trifft es einen wie ein Schlag ins Gesicht.

    Webbenutzer bouncen, wir erhalten nicht die Newsletter-Anmeldungen die wir uns erhofft hatten und bekommen nicht die Sales, die wir verdienen.

    Könnte es sein, dass unser Webtext schlecht ist?

    Ich habe die dreizehn häufigsten Warnsignale für schlechten Webtext zusammengetragen und was du dagegen tun kannst.

    Wenn du diese unnötigen Fehler umgehst, stehen die Chancen gut, dass du deine Besucher zum Bleiben animieren kannst, dass sie sich für deinen Verteiler anmelden, oder etwas von dir kaufen.

    Jedes Warnsignal wird noch mal in einem Twitter-freundlichen Satz zusammengefasst, damit du dein neu entdecktes Wissen mit all deinen Freunden und Followern teilen kannst.

    Schauen wir es uns mal an …

    1. Du kennst deinen idealen Leser nicht

    Dein idealer Leser ist die Person, die du davon überzeugen möchtest sich anzumelden oder etwas zu kaufen.

    Für einen überzeugenden Text musst du wissen, wie deine idealen Leser ticken. Es klingt offensichtlich, aber es ist meistens etwas schwieriger als man denkt.

    Ein Hersteller für eine Diabetes-App dachte, dass ihr Zielpublikum gerne eine leicht anwendbare App hätte. Es stellte sich aber heraus, dass eine leichte Handhabung ihren Nutzern im ersten Moment gar nicht so wichtig war. Was die Nutzer wirklich wollten, war ihre Gesundheit zu stärken.

    Als CareLogger ihre Überschrift von „Überwache deine Diabetes leichter“ in „Bleib gesund durch eine gute Überwachung deiner Diabetes“ änderte, stieg die Conversion Rate um 31%.

    Nutze Buyer-Personas, um relevante Texte zu formulieren, die sich an die Bedürfnisse sowie Ziele und Wünsche deiner Zielgruppe richten.

    Schreib nicht, was du am liebsten schreiben würdest. Schreib, was dein Publikum lesen möchte.
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    2. Du verwendest keine hypnotisierenden Worte

    Stell dir vor du könntest Leser in Käufer umwandeln, und zwar einfach, in dem du ganz bestimmte Wörter benutzt.

    Verwende die folgenden drei hypnotisierenden Wörter:

    • Mit dem Wort „du“ personalisierst du deinen Text. Sprich deine Leser so an, als würdest du eine Unterhaltung mit ihnen führen. Gib ihnen das Gefühl, ein Teil deiner Geschichte zu sein.
    • Verwende den Begriff „Stell dir vor“, damit dein Leser visualisieren kann, wie es wäre, dein Produkt zu benutzen. Sich vorzustellen, wie man ein Produkt benutzt, steigert das Bedürfnis, das Produkt zu besitzen.
    • Das Wort „weil“ gibt Menschen einen Grund dafür, warum sie etwas machen sollten und kann automatisch eine Antwort triggern.

    Hypnotisierende Wörter können Vorbehalte gegen einen Verkaufs-Pitch senken.
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    3. Du redest zu viel über dich

    Du hast hart daran gearbeitet, dein Produkt zu verbessern.

    Und du bist vielleicht sogar stolz auf das, was dein Unternehmen gebaut hast.

    Verständlich!

    Aber die schmerzliche Wahrheit lautet: Keiner interessiert sich für dein Produkt, deine Dienstleistung, dein Unternehmen.

    Deine Webbesucher interessieren sich nur für sich selbst. Also rede nicht permanent über deine Features und Besonderheiten. Verdeutliche stattdessen, wie du deinem Webbesucher behilflich sein kannst.

    • Wie kannst du ihnen zu mehr Freude, Gesundheit oder Produktivität verhelfen?
    • Wie kannst du ihnen dabei behilflich sein Geld zu sparen oder ihre Einnahmen zu steigern?
    • Und wie kannst du ihnen helfen bestimmte Probleme, Pannen oder Unannehmlichkeiten zu umgehen?

    Webbesucher interessieren sich nicht für deine Produkte. Sie wollen wissen, was sie ihnen bringen.
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    4. Du bist in Adjektive verliebt

    Adjektive und Adverbien können die Überzeugungskraft deines Textes töten, weil sie die Anzahl der Wörter in deinen Sätzen erhöht. Und eine höhere Anzahl an Wörtern verlangsamt das Tempo deiner Leser – die Gefahr für unnötige Füllwörter steigt.

    Wörter wie Durchbruch, innovativ oder allerneueste haben ihre Bedeutung verloren. Sie sind Füllmasse, die deine Sätze zustopfen. Streiche diese Wörter aus deinem Text und schließ dich meiner Mission gegen Geschwafel an.

    Folge diesen vier Regeln, um der destruktiven Macht von Adjektiven auszuweichen:

    1. Streiche ein Adjektiv, wenn du damit die Bedeutung eines Satzes nicht veränderst.
    2. Wähle sinnliche Adjektive, wie zum Beispiel müffelig oder ruppig anstelle von schlecht. Sensorische Worte sind einprägsamer und eindrucksvoller.
    3. Verwende spezifische Adjektive. Benutze Banken-klassifizierte Sicherheit anstelle von Premium oder Weltklasse-Sicherheit. Genauigkeit gibt deinem Text Glaubwürdigkeit.
    4. Gib deinen Texten mehr Tiefe, indem du gefühlsbetonte Adjektive verwendest, wie entzückend anstelle von nett. Lass deine Leser etwas spüren, damit sie sich an deinen Text erinnern.

    Streiche Geschwafel, um herausragende Webtexte zu produzieren.
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    5. Dein Webtext klingt wie ein Buch

    Wenn du ein Buch anfängst zu lesen, beginnst du immer auf der ersten Seite des ersten Kapitels und arbeitest dich bis zum Ende durch.

    Stell dir vor, dass Menschen dein Buch auf Seite 147, 33 oder kurz vor dem Ende öffnen würden.

    Dies ist genau das, was Netzbesucher machen. Sie können auf einer beliebigen Seite deiner Webseite landen.

    Jede deiner Webseiten sollte wie eine Landing Page klingen.
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    Landing Page Optimierung LPO EBook Unbounce

    6. Du fragst zu schnell nach Geld

    Woran erkennt man einen schmierigen und aggressiven Verkäufer?

    Das „Schmieriger-Verkäufer-Problem“ taucht meistens auf, wenn man zu schnell zum Geschäftlichen kommt.

    Schmierige Geschäftsmänner geben dir keine Möglichkeit, um Fragen zu stellen. Sie wollen einfach nur dein Geld – und zwar sofort.

    Natürlich willst du ein Geschäft machen. Aber kommst du vielleicht zu schnell zum Verkauf?

    Respektiere deine Webbesucher. Erwarte nicht, dass jeder sofort kaufen möchte.
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    7. Deine Sätze klingen aufgeblasen

    Aufgeblasene Sätze erzeugen beim Leser Würgereiz.

    Weißt du, wie es dazu kommt?

    Wenn du dich du zu sehr in schwierigen Worten ausdrückst erzeugst du eine künstliche und komplexe Wortfülle.

    Deine Leser merken, dass du versuchst, grandioser zu klingen, als du tatsächlich bist.

    Vermeide aufgeblasene Sätze, indem du einfache Wörter und kurze Sätze verwendest.
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    8. Du behandelst Webtexte zu klinisch

    Du weißt, wie man Kunden helfen kann. Häkchen.

    Du verwendest überzeugende Worte. Häkchen.

    Du testest deinen Text. Häkchen.

    Aber wie sieht es mit der Schönheit von Verkaufstexten aus?

    Klau dir Schreibtechniken von verschiedenen Dichtern zusammen, um deinen Verkaufstext glatt und einprägsam zu gestalten. Sichere dir die Aufmerksamkeit mit Alliterationen, Reimen und gewollter Wiederholung:

    • Alliteration: Get bang for your buck (Hol dir mehr für dein Moos) (Whole Foods Market)
    • Reim: The world’s largest — and smartest — collection of apps. (Die weltweit größte -und klügste- App-Sammlung. (Apple)
    • Wiederholung: Kein zusätzlicher Zucker. Keine Konzentrate. Keine schiefen Dinger. (UK smoothie maker, innocent)

    Werbetexte sind Kunst, kreativer Ausdruck und Wissenschaft.
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    9. Du leidest unter Superlativen-Krankheit

    Meinst du, deine Webbesucher glauben dir, wenn du angibst, der Beste, der Hübscheste oder der Schnellste zu sein?

    Verwende nur Superlative, wenn:

    • Du beweisen kannst, warum dein Unternehmen das wunderbarste überhaupt ist. Gib deine Quellen an oder verwende Testergebnisse.
    • Du zitierst jemanden anderes, der sagt, dass dein Service der beste ist, der ihnen je begegnet ist.
    • Du verwendest einen Superlativ in einer Frage: Könnte dies das beste italienische Restaurant in Berlin sein? Eine Frage klingt etwas bescheidener.

    Streiche Superlative, weil sie dich heuchlerisch wirken lassen können.
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    10. Du ignorierst den Einfluss von Design

    Schreibst du deinen Werbetext mit Word oder OpenOffice?

    Dann verpasst du etwas.

    Du musst deine Verkaufstexte neu schreiben, überarbeiten und polieren, sobald sie auf der Webseite sind.

    Directv verwendet Design-Tricks, um spezielle Wörter hervorzuheben:

    Directv design
    Directv verwendet unterschiedliche Design-Tricks, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.

    Webdesigner und Texter arbeiten zusammen, um überzeugenden Content zu erstellen. Sie benutzen verschiedene Font-Stile, Größen und Farben, um auf einen bestimmten Text aufmerksam zu machen. Zum Beispiel:

    • Triple $aving$ Event sieht in einem normalen Font falsch aus, aber es funktioniert auf der Directv-Homepage.
    • Normalerweise kannst du einen Text nur unterstreichen, wenn es sich um einen Link handelt, aber bei First time ever! funktioniert es, weil ein Script-Font verwendet wird und es nicht gerade unterstrichen wird. Keiner denkt, dass es sich hier um einen Link zum Anklicken handelt.

    Webtexte und Webdesign sollten interaktiv sein und sich gegenseitig ergänzen wie Yin und Yang.
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    11. Du bist ungenau

    Verschwommenheit tötet Landing Pages.

    Eine Seite ist zu wirr, wenn ein Webbesucher nicht weiß, was er zuerst auf deiner Seite lesen soll. Oder nicht versteht, was er als Nächstes tun soll.

    Dein CTA muss herausstechen und vollkommen klar sein.
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    12. Du denkst an erster Stelle an Google

    Wenn du Webtexte nur mit Blick auf dein Google Ranking verfasst, dann tötest du damit deine Kreativität, die Schönheit deines Textes und deine Überzeugungskraft.

    Schreibe in erster Linie für deine Leser und optimiere erst danach für Suchmaschinen.
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    13. Du behandelst deine Besucher nicht wie wilde Tiere

    Behandelst du deine Webbesucher wie wilde Tiere?

    Ja, du hast richtig gelesen. Usability-Experte Jakob Nielsen ist der Meinung, dass Webbesucher auf ihrer Suche nach Informationen genau wie wilde Tiere beim Stöbern nach Essen vorgehen. Deine Webbesucher scannen deine Seite bevor sie sich entscheiden zu bleiben oder sie wieder zu verlassen.

    Wie kannst du Scanner überzeugen zu bleiben und weiterzulesen?

    • Hebe eine Idee in deiner Überschrift hervor
    • Verwende Font-Größen und Farben, um eine Informationshierarchie aufzustellen.
    • Überzeuge Scanner mit Zwischenüberschriften und leicht zu überfliegenden Aufzählungspunkte.
    Copyblogger scanners
    Copyblogger hat seine Homepage designed, um Scanner zum Bleiben zu animieren.

    Betrachte Webbesucher als wilde Tiere und gib ihnen Futter.
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    Die Wahrheit darüber, wie man einen einnehmenden Werbetext schreibt

    Beim Verfassen eines guten Werbetextes geht es um mehr als nur darum, keine Fehler zu machen. Guter Text verführt deine Leser. Wähle die richtigen Worte, um dein Produkt begehrenswert zu machen.

    Überwältige deine Leser mit hübschem Text und farbenfroher Metaphorik. Bestärke deine Leser darin, eine Aktion durchzuführen.

    Du bist dran

    Jetzt möchte ich von dir hören:

    1. Welche Fehler begegnen dir am häufigsten? Welche irritieren dich am meisten?
    2. Möchtest du deinen eigenen Webtext verbessern?

    Dieser Artikel wurde von Christian Kleemann für den deutschsprachigen Blog angepasst. Er freut sich über deinen Kommentar.

    Über Henneke Duistermaat
    Henneke Duistermaat ist eine Marketerin mit Expertisé im Werbetexten. Ihre Mission ist es, die Welt von Marketing-Phrasen zu befreien und langweilige Business Blogs aufzupeppen. Verbinde dich mit ihr auf Twitter.
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