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    Digital Marketing Kickoff 2017

    Die Marketing-Strategie 2017 von 13 Experten entschlüsselt

    13 Experten teilen ihre digitalen Marketing Strategien

    Hinter erfolgreichen Marketing-Maßnahmen, steckt eine gute Strategie-DNA der Analyse, Bewertung und Iteration. Bild: Pixabay

    Es ist einfach, einen Marketing-Artikel zu lesen und sich vorzunehmen Strategie XY auszuprobieren.

    Aber um realistische Bedingungen für mögliche Umsetzungen zu schaffen, solltest du zu Beginn das übergeordnete Gesamtziel deiner Marketing-Aktivitäten betrachten und anschließend neue Ideen kritisch prüfen.

    Auch als wir 13 der einflussreichsten nordamerikanischen Experten im Bereich digitales Marketing zu ihren Erfahrungen aus 2016 und Plänen für das Jahr 2017 befragten, hatten viele die Absicht, ihre Marketing-Strategie noch einmal zu überdenken.

    Anstatt sich neue Strategien anzuschaffen, stand ein Perspektivwechsel im Zentrum ihrer Überlegungen.

    Hier findest du ihre Antworten und erfährst, warum User Research, künstliche Intelligenz und Design so eine große Rolle spielen und wieso Werbeanzeigen bei komplexen Problemstellungen selten helfen.

    Untersuche und optimiere deine aktuellen Kanäle

    Vielleicht bist du offen dafür, mit neuen Kanälen zu experimentieren, aber wie oft machst du eine Bestandsaufnahme deine existierenden Kanäle?

    Warum hast du angefangen, sie zu benutzen?

    Es könnte sein, dass du sie überhaupt nur benutzt, weil du sie immer schon benutzt hast und keine anderen Möglichkeiten kennst.

    Als wir mit unseren Marketing-Experten gesprochen haben, erklärten uns viele, dass sie vorhatten, bestimmte Kanäle ganz abzustellen, um mit neuen zu experimentieren.

    Larry Kim, der Gründer und Technischer Direktor bei Wordstream und Inc-Kolumnist, erzählte von seinen Experimenten, LinkedIn-Anzeigen zur Leadgenerierung zu verwenden:

    larry-kimLeider klappte es nicht, weil die Kosten pro Klick (Cost per Click) bei etwa $10 lagen und die Möglichkeiten für Ad-Targeting gering waren (z. B. kein Retargeting oder Support für benutzerdefinierte Listen).

    Aber es gab andere Kanäle, wo es gut funktioniert hat:

    Es gab viele Kanäle, die wir ausprobiert oder verstärkt genutzt haben, weil sie für uns besonders gut funktionierten. Unsere Herangehensweise und die Ergebnisse habe ich in Beiträgen aufgelistet. Als neue Kanäle experimentierten wir auch mit RLSA, Facebook und Twitter Ads. Wir probierten Content mit Medium zu posten, unsere SEO-Strategien zu verändern, und mit abweichenden Themen zu experimentieren.

    John Rampton, CEO von Due, war von den Ergebnissen der Facebook-Werbekampagnen enttäuscht, aber er vermutet, dass es eher mit einer falschen Zielsetzung zusammenhing:

    john-ramptonDie enttäuschendste Marketingstrategie, die wir 2016 ausprobierten, waren Facebook Ads. Ich denke, es lag daran, dass unsere Zielgruppe – kleine Unternehmen – nicht auf Facebook nach Arbeitslösungen suchen.

    Laut Mitbegründer Rand Fishkin experimentierte Moz letztes Jahr auch damit, mehr Geld in bezahltes Werben zu stecken. Moz verdreifachte ihr Werbebudget für Facebook, AdWords und Retargeting auf verschiedenen Plattformen.

    Rands Fazit?

    rand-fishkinBreitgefächertes Targeting ist so gut wie nutzlos. Wenn jemand nicht bereits auf unserer Webseite gewesen ist, unsere Marke kennt und/oder speziell nach uns oder einigen wenigen sich ähnelnden Sätzen sucht, dann bringen Digitale Anzeigen nur wenige neue Anmeldungen.

    Moz hat seither seine Ausgaben massiv zurückgefahren und konzentriert sich darauf, stattdessen das Targeting zu optimieren.

    Jay Baer von Convince and Convert experimentierte 2016 mit kostenlosen Marketingkanälen – vor allem versuchte er es mit Crossposting vom eigenen Blog zu Medium. Der Aufwand war gering, so wie das Ergebnis:

    jay-baerBis jetzt hat sich noch keine Leserschaft eingestellt. Interessanterweise habe ich jetzt 53.000+ Follower auf Medium, aber lediglich 3.000 – 4.000 Ansichten über vier verschiedenen Posts pro Monat hinweg.

    Scott Stratten, ein weltweit anerkannter Autor und Speaker, merkte an, dass viele Firmen Live-Videos verwendeten – aber er ist der Ansicht, dass die effektive Anwendung noch verbessert werden muss:

    scott-strattenFast jedes Unternehmen, das Live-Videos verwendete, erzielte ernüchternde Ergebnisse. 80% der Welt lassen sich selbst an einem guten Tag und mit Editing nur schlecht aufnehmen. Was kommt wohl bei einer undurchdachten Video-Idee und tausenden Zuschauern heraus? Herzchen fliegen durch den Orbit, sinnlose Kommentare werden gestreut und alles passiert so hektisch, dass selbst die aufmerksamste Person eine Panikattacke bekommt. Abschließend lässt sich sagen, dass Live-Videos fast nur eingesetzt wurden, weil man es konnte und nicht, weil man es sollte.

    All diese Kanäle könnten für dein Publikum funktionieren oder auch nicht.

    Die Lektion hier ist, dass man untersuchen muss, was funktioniert oder nicht und eine Strategie benötigt.

    Trotzdem sollte man keine Scheu haben, auch seine Lieblingskanäle immer wieder neu zu bewerten.

    Baue authentische Beziehungen mit einer kleinen Gruppe von einflussreichen Kontakten auf

    Man kann sich sehr leicht in den vielen Aufgaben, die man täglich bewältigen muss, verlieren, aber wenn du dir bis jetzt noch nicht die Zeit genommen hast, um zu networken und Beziehungen mit Gleichgesinnten aufzunehmen, dann ist jetzt die beste Zeit, um damit anzufangen.

    Dies ist laut Aaron Orendorff, einem äußerst produktiven Blogger, der es auf die Forbes-Liste der 25 einflussreichsten Marketing-Experten geschafft hat, der Schlüssel zum Erfolg.

    Er hat uns Folgendes erklärt:

    aaron-orendoorf

    Marketing ist kein Einzelsport. Ich habe mich in verschiedene Zusammenarbeiten gestürzt und mit ungewöhnlichen Blickwinkeln kombiniert. Diese Herangehensweise hat zu einem Post mit dem meisten Traffic des Jahres bei Unbounce geführt: Clinton vs. Trump: 18 Conversion-Experten zerlegen die Marketing-Kampagnen der umstrittensten US-Wahl aller Zeiten.

    Diese Herangehensweise setzt zweierlei voraus:

    Erstens brauchst du eine großartige Idee (und nein: „Was ist der beste Blogging-Tipp“ zählt nicht). Zweitens solltest du Beiträge zusammenführen. Das heißt, du musst mit denen anfangen, die du kennst und sobald du den ersten Rücklauf erhältst, verwende ihren Namen, um noch weitere Kontakte zu knüpfen … oder bitte sie, dich mit anderen zu verbinden.

    Während dieser individuelle Ansatz sich für Aaron bewährt hat, verlassen sich viele Marketer auf die standarisierte Kaltakquise – ohne großen Erfolg.

    Peep Laja von ConversionXL erklärte, dass man mit Kaltakquise nicht weit kommt:

    1v26cpfbIch werde tagtäglich mit allen möglichen Anfragen bombardiert („Wir haben auf Sie verlinkt / Sie erwähnt/bitte geben Sie uns Feedback“), und ich ignoriere sie.

    Wie vermeidet man es, ignoriert zu werden? Erst mal muss man aufhören, Standard-Mails zu versenden.

    Sujan Patel von Web Profits, einer Agentur für digitales Marketing, erklärte, dass man Influencer wegen der richtigen Gründe kontaktieren sollte— nämlich, um eine Beziehung aufzubauen:

    sujan-patelBeginne mit maximal fünf bis zehn Menschen – Wähle dabei Menschen aus, die dich auf persönlicher Ebene interessieren – Menschen, bei denen du glaubst, dass ihr euch gut verstehen würdet. Halte Ausschau nach Zeichen dafür, dass ihr die gleichen Interessen (außerhalb der Arbeit) und den gleichen Humor teilt.

    Mit anderen Worten – setze dich nur mit anderen in Verbindung, wenn du eine echte Beziehung aufbauen möchtest. Du würdest ja keine E-Mail von einem guten Freund ignorieren, oder?

    Verbinde großartigen Content mit großartigen (dynamischen) Abbildungen

    2015 wurde die Content-Marketing-Welt mit Rand Fishkins Konzept zu 10x Content angereichert — die Idee, dass man sich ein Thema aussucht und sich vornimmt, etwas zu entwickeln, was zehnmal besser ist als das, was es bislang zu dem Thema gibt.

    Wenn aber Marketer überall versuchen, 10x-Content zu entwickeln, wie kannst du dich von der Masse absetzen?

    Sujan Patel ist der Meinung, dass die Marketer, die ein besonderes Augenmerk auf Design legen, 2017 hervorstechen werden:

    10x-Content ist nicht neu, aber Content, der sich 2017 besonders hervorheben wird, ist Content, der Design und Formatierung direkt einbezieht, anstatt sich nur auf großartigen Content in einem längeren Blogpost zu verlassen.

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    Als Beispiel zeigte Sujan einen Content-Beitrag, den er für einen Kunden erstellt hatte: ein Leitfaden darüber, wie man ein eigenes Unternehmen aufbaut, bei dem Content untrennbar mit dem Design zusammenhängt. Er stellte fest, dass sich der Zeitaufwand wirklich lohnte:

    Wir sehen eine Opt-In-Rate von mehr als 25% und gigantische Share-Nummern sowie Backlinks bei dieser Art von Content.

    Ian Lurie von Portent, einer Marketingagentur für digitales Marketing, plant auf ähnliche Weise die Ästhetik auch im neuen Jahr zu unterstreichen:

    ian-lurie2017 werde ich mich mehr auf komplexe Layouts und eine stärkere Hervorhebung von Grafiken konzentrieren. Außerdem werde ich über Bildschirmauflösung segmentieren.

    Wenn dich der Gedanke, deine visuelle Content Produktion auszubauen, verunsichert, dann kann dir Nadya Khoja von Venngage ein paar Ratschläge geben:

    nadya-khojaIch empfehle damit anzufangen, den Content, der am besten performed, mit eindrucksvollen Abbildungen anzureichern. Dazu musst du die wichtigsten Aussagen und Tipps, die der Content hervorhebt, ausfindig machen. Verwende ein Tool, um animierte Grafiken zu erstellen oder einen Freelancer auf Seiten wie Upwork zu finden, der diese Informationen schnell in gelungene Videos oder bewegte Grafiken umsetzen kann.

    Nimm dir Zeit und setze mehr Werkzeuge ein, um die Motivation deiner Kunden zu verstehen

    Abraham Lincoln hat einmal gesagt: „Gib mir sechs Stunden, um einen Baum zu fällen, und ich werde die ersten vier Stunden damit verbringen, die Axt anzuschleifen.“

    Der gute Abraham war zwar kein Marketer, hätte sich aber gut für diesen Beruf geeignet.

    Michael Aagaard, Senior Conversion Optimizer bei Unbounce sagt dazu: „Entwerfe keine Marketingkampagne, wenn du vorher nicht ausreichend recherchiert hast.“

    Deswegen verbringt Michael so viel Zeit mit Customer Research und damit, die psychologischen Mechanismen hinter Entscheidungsprozessen zu verstehen.

    Aber dieses Jahr ist er noch einen Schritt weitergegangen und hat seine Erkenntnisse an sein Team weitergegeben:

    vubr6m3Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, die Erkenntnisse und Ergebnisse intern weiterzugeben, damit unsere Mitarbeiter sehen können, wie nützlich es ist, sich auf echte Customer Research anstatt auf Annahmen oder Trends zu verlassen.

    Und Aagaard lässt sich nicht aufhalten:

    2017 werde ich noch zulegen – sowohl bei der CRO-Arbeit bei Unbounce, als auch darin, meine Mitarbeiter und unsere Kunden mehr zu schulen.

    Steve Olenski, Senior Content Stratege bei Oracle Marketing Cloud, spornt Marketer dazu an, sich mobile Datenmanagement-Plattformen (DMPs) anzusehen. Er erklärte, dass sie zum Handwerkzeug eines jeden zeitgemäßen Marketers gehören, weil wir mit ihrer Hilfe Kundenverhalten besser verstehen können:

    steve-olenskiMit einem mobilen DMP können Unternehmen die großen Mengen an Kundendaten, die über mobile Geräte entstehen, nutzen – darunter Absichten, Verortung und Kaufverhalten, um Anzeigen besser über mehrere mobile Geräte/Plattformen, wie In-App-Anzeigen auf Smartphones, mobile Webanzeigen sowie Tablet-spezifische Kampagnen, verteilen zu können

    2017 solltest du dich mehr um Kundeninformationen kümmern. Denn letztlich kannst du deinen Kunden mit diesem Wissen mehr von dem, was sie wollen, geben.

    Und das heißt, sie werden immer wiederkommen wollen.

    Werde Teil der AI- und AR-Entwicklung

    Okay, das ist ein bisschen viel verlangt, aber man kann es auch nicht länger ignorieren.

    Einige Experten für digitales Marketing, mit denen wir geredet haben, betonten, wie wichtig es ist, am Puls der Zeit zu bleiben, wenn es um die neuesten Technologien geht – vor allem bei künstlicher Intelligenz (AI = Artificial Intelligence) und erweiterter Realität (AR = Augmented Reality).

    Heute werden Systeme, die auf maschinellem Lernen basieren, auf alles übertragen – z.B. um E-Mail-Spam herauszufiltern, für Kaufvorschläge oder um uns auf Dinge aufmerksam zu machen, die wir beobachten sollten.

    Unbounce investiert bereits in maschinelles Lernen und setzt es in der Produktentwicklung ein. Dies hatte unser CEO Rick Perrault dazu zu sagen:

    rick-perrault2016 haben wir angefangen, maschinelles Lernen anzuwenden, um unsere Conversion Rates zu verbessern. Mittlerweile haben wir Modelle entwickelt, mit denen wir schon vorher Conversion-Annahmen aufstellen und konkrete Conversion-Vorhersagen treffen können. Zusätzlich erhalten wir somit frühzeitig Optimierungsempfehlungen.

    Jayson DeMers, CEO von AudienceBloom, hat sich intensiv mit erweiterter Realität auseinandergesetzt, vor allem, nachdem Pokemon Go letztes Jahr spontan so erfolgreich wurde:

    jayson-demersxqAR-Print-Ads setzen sich zunehmend durch, wobei Macallan Whiskey im Esquire Magazine und Vespa Scooter-Anzeigen dabei besonders hervorstechen. Axe/Lynx gingen sogar noch einen Schritt weiter. Mit der interaktiven Anzeige zu „gefallenen Engeln“ an einem verkehrsreichen, öffentlichen Ort. Diese Technologie steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wird aber zunehmend erfolgreicher. Wer auch immer hier innovativ vorgeht, hat gute Aussicht auf Erfolg.

    Auch wenn du möglicherweise nicht in der Lage bist, in diese modernen Neuerungen zu investieren, kannst du dich auf jeden Fall darüber auf dem Laufenden halten, was die anderen so treiben. Je länger diese Technologien auf dem Markt sind, umso erschwinglicher und zugänglicher werden sie – und du willst sie dir nicht erst zulegen, wenn sie bereits wieder überholt sind.

    Her mit den Vorsätzen

    Ich würde dich gerne dazu ermutigen, guten Vorsätzen auch Taten folgen zu lassen, aber denke immer an eine schlüssige Strategie.

    Treffe strategische Entscheidungen, die dir tatsächliche Ergebnisse einbringen.

    Und jetzt bist du dran – welche Neuerungen wirst du in deiner Arbeit ausprobieren?

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    Dieser Artikel wurde von Christian Kleemann für den deutschsprachigen Blog angepasst. Er freut sich über deinen Kommentar.

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    Über Amanda Durepos
    Amanda Durepos ist Blog-Editorin bei Unbounce. Die Liebe zur Content-Kuration steckt ihr noch aus der Zeit als Galerie-Direktorin und Freelance-Bloggerin in den Knochen. Folge ihr auf Twitter.
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