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    Digital Marketing Kickoff 2017

    Was macht einen Conversion-Optimierer aus? 9 Experten trennen die Profis von den Heuchlern

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    Oh wow! Das nenne ich mal ein Geständnis! Bildquelle: Shutterstock.

    Ich muss dir etwas gestehen. Es ist leider etwas ziemlich Ernstes, deswegen lass uns beide tief Luft holen. Bitte bleib freundlich.

    Ich bin *Schluck* kein Conversion-Optimierer.

    Es ist ein gefährliches Eingeständnis, und zwar nicht nur, weil es sich bei CRO (engl. Conversion Rate Optimization)  um ein so großes Geschäft handelt.

    Weißt du, obwohl ich kein Conversion-Optimierer bin, kann ich unheimlich gut so tun, als wär ich einer. Und das kann ich richtig, richtig gut.

    Alleine im Jahr 2016 habe ich zwei Artikel geschrieben, die auf Google unter den Suchbegriffen „Grundlagen von Conversion-Rate-Optimierung“ und „Falsch liegen mit Conversion-Rate-Optimierung“ den ersten Platz einnehmen. Laut Buzzsumo besetze ich den ersten Platz für den meist-geteilten Artikel zum Begriff “Landing Page Optimierung” und den ersten Platz für den meist-geteilten Artikel zum Begriff „CRO-Marketing“. Und nur um meinem Angriff auf CRO noch eine Beleidigung hinzuzufügen, besetze ich auch noch den ersten Platz auf Google für die Wörter “Optimiere Online-Texte.”

    Das heißt nicht, dass diese Posts nicht hilfreich wären oder nicht auf Daten und einer Erfolgsmethode beruhen würden. Es bedeutet, dass ich nur dreimal im Bereich CRO tätig gewesen bin und die Conversion-Rate bei jedem Versuch in Flammen aufgegangen ist. Ich bin ein Content Marketer und ich sollte nichts anderes vorgeben.

    Warum solltest du dich für meine Läuterung interessieren?

    Deswegen: Wenn ich so gut darin bin, etwas online vorzutäuschen, dann könnte der CRO-„Experte“, den du gerade einstellen möchtest, es ebenso sein.

    Für viele Firmen – vor allem die, die gerne tief in die Tasche greifen – handelt es sich bei der Conversion-Optimierung um ein verführerisches Geheimnis: einerseits birgt es ein verlockendes Versprechen, andererseits löst es ein „Ich verstehe es nicht, deshalb vertraue ich dir einfach“ aus. Leider verspricht dieser Zustand ein Desaster.

    Um dich vor diesem Schicksal zu schützen, habe ich acht Experten angeschrieben, die im Bereich Conversion-Optimierung mehr als ausreichend qualifiziert sind, um diese Bezeichnung zu rechtfertigen, und ihnen zwei Fragen gestellt:

    1. Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus?
    2. Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen?
    Nils Kattau Conversion Optimierer

    Nils Kattau:
    Conversion-Optimierer & Gründer der OMLIVE

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Du bist kein Conversion-Optimierer, nur weil du ein Testing Tool bedienen kannst.

    Als Optimierer musst du neugierig und skeptisch sein. Jemand, der versteht, dass alles in Frage gestellt und verbessert werden kann. Du musst datengetrieben agieren und deinen fortlaufenden Optimierungsprozess ausführlich und verständlich erklären können.

    Unabdingbar sind Erfahrungen in Analytics, Psychologie, Statistik, Design, Werbetexten, A/B/n-Testing, Testauswertung & -interpretation. Natürlich musst du all diese Anforderungen nicht zwingend selbst erfüllen – dafür gibt es Teams. Als guter Conversion-Optimierer kannst du aus dem Stehgreif jedes Detail deiner Hypothesen, Konzepte, Designs und Texte vollumfänglich erklären und auch bei kritischem Hinterfragen souverän verteidigen.

    Die meiner Meinung nach wichtigste Eigenschaft eines guten Conversion-Optimierers ist Empathie. All die Daten bringen einem nicht halb so viel, wenn man sich nicht in den Besucher hineinversetzen kann, um so wirklich einschlägige Steigerungen der Conversions herbeizuführen.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Wer Uplift-Zahlen verspricht oder Hypothesen ohne vorherige Dateneinsicht und -auswertung formuliert, hat Conversion-Optimierung nicht verstanden.

    Wer seine „Optimierungen“ auf Buttons, Farben und generelle Best Practices fokussiert, hat Conversion-Optimierung nicht verstanden.

    Vermeide Bauchladen-Agenturen, die alles anbieten – und zufällig auch CRO. Hinterfrage die Teamstruktur: Sind Spezialisten oder Generalisten am Werk?

    Frage nach Erfolgen und insbesondere Misserfolgen. Wie ist der Experte oder die Agentur damit umgegangen? Wurden negative Ergebnisse einfach unter den Tisch gekehrt, oder hat man die wertvollen Insights für Folge-Optimierungen verwendet?

    Event-Tipp: Am 23. Juni 2017 findet die erste OMLIVE statt. Echte Conversion-Optimierer, keine Sales Pitches!

    Spannender Artikel von Nils Kattau: Landing-Page-Optimierung: 7 wichtige Bausteine für mehr Leads & Sales – und wie du diese richtig einsetzt

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    Peep Laja:
    Gründer und Vorsitzender von CXL Institute

    Was macht eine echte Conversion-Optimiererin aus? Worauf sollte man achten?

    Sie wird das Gesamtbild im Überblick behalten. Optimierung entsteht aus einer Prozess-orientierten Einstellungsweise. Es ist ein systematischer Ansatz im Gegensatz zu einer einzelnen Taktik. Zuerst wird sie einen Prozess erstellen, um CRO durchzuführen – darunter Pläne zur fortlaufenden Conversion-Recherche, eine Strategie, um Tests auszuführen (Priorisierung, Regeln zum Abbruch, etc.) und so weiter.

    Echte Optimierer werden immer bereit sein, ihre Meinung zu ändern – sie behaupten nicht gleich zu „wissen“, was funktioniert. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, die Probleme festzustellen, bevor sie sich Lösungen überlegen.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Ein Warnsignal ist ein zu großes Selbstbewusstsein – eine „Ich weiß, was funktioniert“-Einstellung. Wenn man sich auf kleine, willkürliche Details wie Farben, Call To Action, etc. konzentriert.

    Sie werden nur etwas von statistischer Signifikanz murmeln, wenn man sie nach ihren Abbruchregeln bei Tests fragt, anstatt über Stichprobenumfang und Konjunkturverläufe zu sprechen. Sie reden nicht mit dir über Erforschung im Gegensatz zu Ausbeute und die Notwendigkeit, das eine vor dem anderen durchzuführen. Sie versprechen Ergebnisse, die zu schön sind, um wahr zu sein.

    Michael Aagaard:
    Senior Conversion Optimizer bei Unbounce

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Die richtige Einstellung ist ein Muss. Man benötigt die Fähigkeit, alles Unwesentliche auszusortieren, ein Problem zu definieren und den besten Weg vorwärts festzulegen. Ein kritischer Denker mit einem strategischen Ansatz für Problemlösungen ist Voraussetzung. Außerdem musst du mutig genug sein, zuzugeben, wenn du falsch liegst. Sich dickköpfig an Wunschvorstellungen zu klammern ist bei der Conversion-Optimierung der Ruin.

    Außerdem braucht man eine breitere Palette an Fähigkeiten. Mindestvoraussetzungen sind ein solides Wissen zu Statistik, Web Analytics, Psychologie, Nutzerfreundlichkeit, dem wissenschaftlichen Ansatz, qualitativen/ quantitativen Forschungsmethoden und ein Unternehmergeist.

    Echte Conversion-Optimierung ist eine komplexe Disziplin und man braucht unzählige Fähigkeiten, um es gut zu machen. Leider wird es meistens auf den banalen Vorgang reduziert, so viele A/B-Tests wie möglich durchzuführen. Eine Fehlinterpretation, die durch unzählige, falsch informierte Blogposts von Amateuren oder Theoretikern ohne jede Art von praktischer Erfahrung im Bereich der CRO vorangetrieben wird.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Frage die Kandidaten, ob sie ihren CRO-Prozess beschreiben können. Wenn sie zögern oder die Frage sie verwirrt, dann schick sie wieder weg. Eine solide, bewährte Methode unterscheidet die Profis von den Amateuren. Ein weiteres Warnsignal ist es, wenn sie nicht einmal das Wort „Recherche“ benutzen. Das deutet darauf hin, dass sie wichtige Entscheidungen aufgrund ihrer eigenen Meinungen treffen werden und sich nicht auf Untersuchungen und echte Kundenerkenntnisse stützen werden.

    Also frag sie, ob ein Signifikanzwert von 95% genug ist, um Testdaten als stichhaltig zu bezeichnen. Wenn sie ja sagen, dann schick sie weg. Diese Person kennt sich nicht mit Statistik aus. Dies ist ein deutliches Warnsignal, da Statistiken essenziell sind, um numerische Daten zu erheben und auszuwerten.

    Spannende Artikel von Michael Aagaard:

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    Talia Wolf:
    Gründerin & Chief Optimizer bei GetUplift

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Im Gegensatz zu anderen Marketing-Gebieten ( z. B. Werbetexten, Pay-Per-Click oder SEO) muss ein Optimierer im Bereich Conversion-Optimierung praktische Erfahrung in jedem Marketing-Teilgebiet besitzen: Analytics, Nutzerfreundlichkeit, Psychologie, Text, Design, emotional ausgerichtetes Targeting, Unternehmensentwicklung, Daten und mehr. Eine solche Position setzt die Fähigkeit voraus, jeden Aspekt der Branche und ihrer Kunden zu verstehen und nicht nur bestimmte Teile eines Trichters zu analysieren, sondern die gesamte Online-Erfahrung.

    Fähigkeiten und Strategien kann man erlernen, aber eine leidenschaftliche, engagierte Einstellung und das Bedürfnis, sich ständig weiterzubilden und das Unternehmen kontinuierlich zum Wachsen zu bringen, sind selten zu finden. Dies sind die echten Indikatoren für einen erfolgreichen und engagierten Conversion-Optimierer.

    Eine weitere wichtige Eigenschaft, nach der man Ausschau halten sollte, ist Wendigkeit. Ist jemand in der Lage schnell zu lernen, sich anzupassen und zu bewegen? Ein Optimierer muss Teams inspirieren können, kunden-orientiert handeln, Ressourcen zuteilen, kontinuierlich Zahlen analysieren, Feedback einholen können und seinen Arbeitsprozess schnell an neue Daten und Forschungsergebnisse anpassen.

    Wenn man rekrutiert, sollte man um Referenzen und Fallstudien bitten und fragen, ob man mit anderen aus dem Team sprechen kann und nicht nur mit jemandem aus dem Sales-Bereich, der relevante Begriffe aufruft. Überlege dir, ob du Meilensteine zur Evaluierung in deinen Vertrag aufnehmen willst (z. B. bestimmte, zeitlich festgelegte Ziele).

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Man sollte Folgendes vermeiden:

    Agenturen und Personen, die „alles machen“, beispielsweise Pay-Per-Click, SEO, Content Marketing und „Oh, wir haben seit Kurzem auch eine Abteilung für Conversion-Optimierung“). Diese Arten von Unternehmen oder Personen haben CRO in ihren Lebenslauf gesetzt, weil es mittlerweile jeder macht und wahrscheinlich haben sie nicht das genaue Expertenwissen, nach dem du suchst.

    Unternehmen oder Personen, die dir einen sicheren Aufschwung oder enorme Zuwächse bei deinen Conversion Rates versprechen, bevor sie angefangen oder deine Seite überhaupt betrachtet haben.

    Leute, die dir sofort sagen, was mit deinem Trichter oder deiner Landing Page nicht stimmt, bevor sie sich die Daten angesehen haben.

    Alle Personen, die keinen festen Arbeitsprozess bei Analyse, Beobachtung und Ausführung haben. Arbeite mit jemandem, der die Rolle von CRO in einem Unternehmen versteht und eine festgelegte Vorgehensweise hat, die du übernehmen kannst und die dir den Lernprozess erleichtert.

    Talia Wolf im Unbounce-Blog: Wie du deine Landing Pages auf emotionale Bedürfnisse optimierst

    Event-Tipp: Triff Talia Wolf und viele andere Conversion-Experten auf André Morys‘ growthmarketingSUMMIT am 31.08.2017 in Frankfurt am Main.

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    Chris Goward:
    Gründer & CEO bei WiderFunnel

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Herausragende Optimierer können sehr unterschiedlich sein und sollten anhand ihrer Ergebnisse beurteilt werden.

    Sie brauchen auf jeden Fall Erfahrung in der Personalisierung, bei A/B-Tests, Verhaltensmustern, kognitiven Verzerrungen, im Verfassen psychologisch überzeugender Werbetexte, in webbasierten Technologien, Statistik, statistischer Versuchsplanung (DOE), Projektmanagement, etc.

    Aber das reicht nicht. Du weißt nur, ob sie echt sind, wenn sie auch kontinuierliche Arbeitsergebnisse liefern. Die Herausforderung liegt darin, ihre Ergebnisse zuverlässig beweisen zu können.

    Bei WiderFunnel haben wir uns für einen rigorosen Selektionsprozess entschieden. Alle neuen Mitglieder, die unser Bewerbungsverfahren bestehen, fangen als Koordinatoren an, bis er oder sie Ergebnisse vorweisen können. Ihr Denken, ihre Werte und ihr Temperament werden bei unseren wöchentlichen intensiven „LIFT Zone“-Meetings getestet. Nur die besten werden WiderFunnel-Strategen, während die anderen in andere Spezialisierungsgebiete, die ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechen, versetzt werden können. Diese Form von leistungsbasiertem Vorgehen sichert ein kontinuierliches Team, das Höchstleistungen bringt.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Wenn man eine Agentur für Conversion-Optimierung beauftragt (oder auch jede andere Agentur), dann beauftragt man sie aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit. Um diese Glaubwürdigkeit zu bestätigen, muss man bestimmte Fragen stellen. Hier einige für den Anfang:

    • Erfahrung: Wie lange ist die Agentur hauptsächlich mit Conversion-Optimierung beschäftigt?
    • Fokus: Generiert die Agentur ihren Umsatz hauptsächlich über Conversion-Optimierung, A/B-Tests und Dienstleistungen im Bereich Personalisierung?
    • Ergebnis: Wie viel Fallstudien mit relevanten Arbeiten hat die Agentur veröffentlicht?
    • Prozess: Wie gründlich ist der Arbeitsprozess der Agentur, wenn es um Optimierung und A/B-Tests geht?
    • Expertenwissen: Haben deine Agenturkontakte nachgewiesene Ansätze zu fortgeschrittenen Themen wie statistische Versuchsplanung, Statistik, und Verhaltensmustern?
    • Teamwissen: Verfügen sie über ein kross-funktionales Expertenteam mit individuellem fundiertem Expertenwissen, das sich gegenseitig in ihren jeweiligen Gebieten kontinuierlich schult?
    • Vordenker: Wie viele Artikel, Blogs, Bücher, Webinare und Konferenz-Präsentationen haben sie produziert, in denen sie sich als Vordenker präsentieren konnten?

    Event-Tipp: Triff Chris Goward und viele andere Conversion-Experten auf André Morys‘ growthmarketingSUMMIT am 31.08.2017 in Frankfurt am Main.

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    Tim Ash:
    CEO von SiteTuners und Vorsitzender bei Conversion Conference

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Skepsis ist sehr wichtig – man sollte sich nie zufrieden geben und immer nach Problemen und Bereichen Ausschau halten, die noch verbessert werden könnten. Dein Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, Webseiten-Besuchern zu helfen und ihre Erfahrungen mit den Zielen des Unternehmens in Übereinstimmung zu bringen.

    Man musst eine strategische Einstellung haben und mit bevollmächtigten Führungskräften innerhalb des Unternehmens arbeiten. Was man tut, muss von Bedeutung sein, damit man nicht nur mit Kampagnen und Landing Pages Zeit verbringt. Das schließt nicht nur Weberfahrung ein, sondern kann sich auch auf die Technologie-Stacks im Bereich Marketing, Geschäftsmodelle, E-Mail-Kommunikation, Erstellung von Content, Unternehmensorganisation und –kultur, Weiterbildung des Teams und Back-End-Workflows beziehen. Nur dann wird man ein wirklicher Partner sein, wenn es darum geht, das Online-Unternehmen des Kunden zum Wachsen zu bringen.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Viele halten sich für Conversion-Optimierer, weil sie wissen, wie man ein Tool für A/B-Tests verwendet.

    Tatsächlich offenbart der Fokus auf Tests als einzige Strategie für die Produktion von Ergebnissen, dass man sich nicht damit wohlfühlt, große substanzielle Veränderungen mit Blick auf das größere Unternehmen durchzuführen, ohne jede kleine Veränderung auf dem Weg überprüfen zu müssen.

    Man sollte außerdem bei Agenturen vorsichtig sein, die vorgeben, firmeneigene Frameworks, Schemata oder garantierte Methoden zu besitzen, um Ergebnisse zu erzielen. Tatsache ist, dass jedes Unternehmen anders ist und wir investieren sehr viel Zeit und Energie darin, die Besonderheiten zu verstehen und die Bedürfnisse des Kunden kontinuierlich herauszubilden.

    Malen nach Zahlen bringt keine wirklich überzeugenden Ergebnisse. E gibt keine Schablone, die für alle funktioniert.

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    Brian Massey:
    The Conversion Scientist at Conversion Sciences

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Der wichtigste Baustein, der einen zum Conversion-Optimierer macht, ist Neugier. An zweiter Stelle steht die Genauigkeit.

    Sieh dich nach dem CRO um, der Fragen sammelt und die Antworten skeptisch betrachtet, aber immer nach Daten sucht, auf die er sich stützen kann.

    Als Conversion-Optimierer muss man gut mit Menschen umgehen können, weil CROs Geschichtenerzähler sind; wir können ihnen die Wissenschaft hinter den Zahlen beibringen und wie man Fragen in Daten umwandelt, aber wir können sie nicht neugierig machen; und man kann auf jeden Fall niemandem beibringen, wie man andere sanft in unsere Welt der strengen Kreativität führt.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Wenn jemand sagt, dass sie wissen, wie man einer Webseite zu besseren Conversion-Raten verhilft, dann ist das ein Warnsignal. Mir ist jemand lieber, der sagt, dass er weiß, wie man vorgehen muss, um herauszufinden, wie eine Webseite bessere Conversion-Raten erhalten könnte. Wenn ein CRO auf alles eine Antwort weiß, hat ihn der Arbeitsprozess noch nicht genügend Bescheidenheit gelehrt.

    Suche nach Neugier und Empathie. Wenn sie in den letzten 12 Monaten kein Geld für Weiterbildung ausgegeben haben (egal zu welchem Thema), wenn sie dir nicht die einflussreichsten Bücher, die sie gelesen haben, nennen können (egal zu welchem Thema), wenn sie keine Zeit damit verbracht haben, Menschen in vergangenen Positionen behilflich zu sein – dann sind sie möglicherweise keine gute CROs.

    Die Conversion-Spezialisten, die für unseren Kunden das meiste Geld verdient haben, waren als Bibliothekar, Hochzeitsplaner in einem Blumengeschäft und Verkäufer tätig, bevor wir sie rekrutierten. Sie sind alle sehr neugierig und können gut mit Menschen umgehen.

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    Ton Wesseling:
    Chief Optimization Officer bei Online Dialogue

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Suche nach diesen drei hauptsächlichen Fähigkeiten:

    1. Statistik: Experten sollten die Statistik hinter Online-Experimenten kennen (welche Art von Experiment man erstellt, die vorhandenen Daten innerhalb des Unternehmens nutzt).
    2. Kenntnisse in Bezug auf Psychologie und Verhalten: Der Experte sollte die Grundlagen menschlichen Verhaltens kennen.
    3. Soft Skills: Der Experte sollte über Soft Skills im Bereich Organisation verfügen (also wissen, wann man was in einem Unternehmen zu Online-Experimenten vorantreiben sollte).

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Stelle ihnen die folgenden drei Fragen:

    1. Wie hoch ist die Anzahl der Conversions bei den durchgeführten Tests (frag nach alten Tests)? Wenn du oft Conversion-Zahlen unter 1.000 siehst … stelle sie nicht ein. Ein weiterer Trick ist, nachzufragen, ob sie sich mit Power Levels auskennen und ob sie diese Kalkulation im Vorhinein durchführen (sollte bei 80% oder höher liegen). Dies ist das größte Problem bei Experten oder Agenturen, die sich als hervorragende Conversion-Optimierer ausgeben.
    2. Wie entscheidet man, was man testen sollte? Wenn sie zuerst eine Seite auswählen und dann Thesen aufstellen, was optimiert werden sollte: Schick sie weg. Man sollte zuerst Thesen aufstellen (auf der Grundlage einer echten Studie) und dann entscheiden, wo man diese These für Experimente anwenden sollte.
    3. Wie erstellt man A/B-Tests auf der Grundlage von Entwürfen? Wenn sie sagen, dass sie ausschließlich einen Drag-und-Drop-Editor von einem Verkäufer für A/B-Test-Software verwenden, schick sie weg. Für fortgeschrittene Optimierungen muss man seine eigenen Code-Zeilen schreiben.
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    André Morys:
    CEO & Gründer bei konversionsKRAFT

    Was macht einen echten Conversion-Optimierer aus? Worauf sollte man achten?

    Neugier ist die wichtigste Charaktereigenschaft. Herausragende Optimierer hinterfragen immer den aktuellen Stand, um Dinge zu verbessern. Sie versuchen, das Gesamtbild zu verstehen, Muster zu erkennen und geben nicht auf, bis sie alles verstanden haben. Sie stellen die perfekte Symbiose aus qualitativen („verstehen“) und quantitativen („messen“) Fähigkeiten dar.

    Außerdem musst du zwischen Freiberuflern oder Agenturen und einem Mitarbeiter unterscheiden. Wenn man Externe hinzuzieht, sollte das Management ihnen vertrauen, dass sie Ergebnisse abliefern werden und sie daher ihre Erkenntnisse auf die entsprechenden Daten stützen können. Oft besteht das Problem darin, dass Externe nicht den Zugang zu den Daten haben, die sie benötigen, um angemessene und vertrauenswürdige Ergebnisse zu liefern.

    Das Gleiche gilt für eine Festanstellung, obwohl sich hier das Vertrauensproblem nicht stellt. Hier stellt das größte Problem die fehlende Außenansicht auf die internen Teams dar. Interne Conversion-Optimierer müssen sich auf Feedback außerhalb des Unternehmens verlassen – man kann schwer von außen reinschauen, wenn man drinnen sitzt – aber sie leiden unter dem Dunning-Krüger-Effekt: Sie wissen nicht, was sie nicht wissen.

    Woran kann man einen vorgetäuschten CRO-Experten oder ein solches Unternehmen erkennen? Mit anderen Worten – welche Warnsignale gibt es?

    Unerfahrene CRO-Agenturen verkünden falsche Anstiegszahlen und multiplizieren sie mit dem Umsatz, um einen falschen, unzulässigen Zusammenhang herzustellen. Meistens sind diese Zahlen zu hoch, weil die Tests zu früh gestoppt wurden. Also frag immer nach der Test-Dauer, nach dem Stichprobenumfang und den Traffic-Quellen. Unerfahrene Mitarbeiter testen nur kleine Veränderungen oder Elemente, weil ihnen noch nicht klar ist, dass sie Nutzerverhalten durch einen großen Kontrast beeinflussen müssen. Außerdem wissen sie nicht, wie man den tatsächlichen ROI (Return-on-Investment) an die Führungsebene weiterleitet.

    Spannende (kostenlose) Webinare mit André Morys:

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    Worauf es bei der Rekrutierung eines echten Conversion-Optimierers ankommt

    Conversion-Optimierung steht für riesige Geschäfte. Und zwar aus gutem Grund. Man kann unglaublich viel Geld damit verdienen. Aber leider können die Kosten genauso hoch sein.

    Also, worauf kommt es an? Hoffentlich hast du die Gemeinsamkeiten oben bemerkt:

    1. Prozess: Optimierung bedeutet nicht A/B-Tests durchführen. Es ist ein systemischer Ansatz, der viele Komponenten umfasst, darunter: Tests, qualitatives Feedback anhand von Studien und Umfragen, quantitativen Daten und Entwicklungen, Beobachtungen und Aufzeichnungen zu digitalem Verhalten, Thesen, Analysen, Umsetzungen und Wiederholungen. Wenn ein umfassendes Rahmenkonzept fehlt, ist dies die größte Bremse.
    2. Genauigkeit: Die Anzahl der Bereiche und das Expertenwissen, das Conversion-Optimierung voraussetzt, können beängstigend sein: Web Analytics, Verhaltensforschung, Psychologie, Nutzererfahrung, Design und Entwicklung, und – natürlich – Mathematik. Eine gut dokumentierte Erfolgsbilanz in allen diesen Bereichen ist ein Muss. Und jeder, der den Unterschied zwischen statistischer Signifikanz, Vertrauen und dem Korrelationskoeffizienten nicht ausmachen kann, sollte weggeschickt werden.
    3. Neugier: Bei Optimierung geht es um mehr als nur technische Fähigkeiten, es geht um eine ausgebildete Leidenschaft darin, Fragen zu stellen. Denn letztlich entspringt Kreativität nicht so sehr einem angeborenen Genie, sondern der breiten Auseinandersetzung mit verschiedenen Disziplinen, der Fähigkeit Verbindungen zu sehen, wo andere nur Lärm hören, und einem unerbittlich wissbegierigen Geist.

    Und was bedeutet das nun für mich oder jeden anderen, der die Bezeichnung „Conversion-Optimierer“ oder „CRO“ trägt?

    Wenn du ein Texter bist, dann sei ein Texter. Wenn du ein Content Marketer bist, dann sei ein Content Marketer. Wenn du ein Pay-Per-Click-Ninja bist, dann sei ein Pay-Per-Click-Ninja (aber benutze das Wort „Ninja“ nicht.)

    Du solltest dich auf jeden Fall weiterbilden, wachsen und entwickeln. Aber bevor du nicht wirklich etwas Bestimmtes bist, ist das letzte, was die Online-Welt braucht, noch mehr Fakes.

    Hast du etwas dazu zu sagen, wie man die Profis von den Heuchlern unterscheidet? Hinterlasse einen Kommentar. Nur bitte – und wenn auch nur um meiner lieben Mutter willen – sei freundlich. Ende der Läuterung.

    Weitere Artikel von Aaron Ordendorff:

    Der Artikel erschien ursprünglich im englischen Blog von Unbounce. Ben Harmanus hat ihn für den deutschen Blog lokalisiert und beispielsweise um den Conversion-Experten Nils Kattau ergänzt. Ben freut sich über eure Kommentare.

    Über Aaron Orendorff
    Aaaron Orendorff ist durch seine regelmäßigen Publikationen auf Entrepreneur, Fast Company, Business Insider oder Content Marketing Institute bekannt. Seine Mission ist es, die Welt vor schlechtem Content zu retten. Verbinde dich mit Aaron auf Twitter.
    » Mehr Blog Posts von Aaron Orendorff
    • Robert Nagel

      Saustark!

      • Hi Robert. Freut mich, dass Dir der Artikel von Aaron gefällt!

        Es ist schön zu sehen, dass es Marketer wie Aaron gibt, die so gut reflektieren können.

        Viele Grüße, Ben

    • Ein Roundup-Kick von Artikel, vielen Dank!
      Und jetzt entschuldige mich, ich muss mein Xing-Profil anpassen. ;-)

      • Hi Tomas,

        Freut mich, dass Dir der Artikel gefällt!

        Ich habe einen Titel-Vorschlag für Dich: Growth Hackender CRO Social Media Marketing Specialist mit Interviewer-Expertisé. :)

        Viele Grüße, Ben