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    Digital Marketing Kickoff 2017

    Landing-Page-Optimierung: 7 wichtige Bausteine für mehr Leads & Sales – und wie du diese richtig einsetzt

    Landing-Page-Optimierung: 7 wichtige Bausteine für mehr Leads & Sales

    Baue deine Landing Page Stück für Stück auf, es ist kein Hexenwerk. Foto: Shutterstock
    Tipp: Solltest du mehr über Landing Page Optimierung wissen wollen, melde dich jetzt gleich zu unserem bevorstehenden Conversion Livestream – Landing Page Tipps an.

    Landing Pages gibt es wie Sand am Meer. Doch nur die wenigsten schöpfen ihr Conversion-Potential aus. In mehr als 1.800 A/B-Tests hatte ich die einzigartige Gelegenheit, mir sehr viel Wissen über Landing Page Optimierung anzueignen – und heute teile ich einen Teil davon mit dir.

    In diesem Artikel lernst du, welche 7 Bausteine eine erstklassige Landing Page beinhalten sollte – und wie du diese am besten einsetzt. Lies weiter. 🙂

    Baustein 1: Die Kopfzeile

    Die Kopfzeile wird von vielen Website-Betreibern nicht optimal genutzt. Wo Platz für relevante Informationen ist, herrscht gähnende Leere. Dabei ist gerade diese Position hervorragend geeignet, um Vertrauen in (unbekannte) Marken und Produkte aufzubauen.

    Logo

    Steigen wir ganz leicht ein: Dass ein Logo abgebildet werden sollte, ist nicht der Rede wert. Wenn der Nutzer nicht weiß, wer seine Daten – oder sein Geld – erhält, kauft er nicht. Das Logo wird von Nutzern typischerweise oben links erwartet – und in sämtlichen Eye Tracking-Untersuchungen wandert genau dort der Blick des Nutzers hin, wenn er den Betreiber der Seite identifizieren soll. Es sollte nicht allzu groß abgebildet werden, da dies schnell „billig“ und marktschreierisch wirkt.

    Vertrauensbildende Elemente

    Durch die Platzierung des Logos an der linken Seite schaffst du reichlich Platz für vertrauensbildende Elemente. Und für diese gibt es kaum eine bessere Position als die Kopfzeile – denn in der Kopfzeile sind sie angenehm unaufdringlich und stören den Nutzer nicht beim Lesefluss des eigentlichen Landing Page-Inhalts. Gleichzeitig sind sie auf jeder Seite direkt sichtbar und können kaum ignoriert werden.

    Welche vertrauensbildenden Elemente du abbildest, hängt natürlich von deinem Produkt, deiner Marke und deinen verfügbaren Daten ab. Mehr über vertrauensbildende Elemente erfährst du weiter unten im Abschnitt Die vertrauensbildenden Elemente.

    Conversion Livestream Nils Kattau und Ben Harmanus

    Navigation

    Wenn es sich bei deiner Landing Page um eine kampagnenspezifische Seite mit nur einem Conversion-Ziel handelt, solltest du eher keine Navigationsleiste einsetzen. Denn hierüber verlassen die Nutzer deine Landing Page schnell und finden ggf. nicht zurück.

    Smartimize Nils Kattau Landing Page Optimierung

    Bild: Bei smartimize.com führt alles auf ein Ziel hin t– die Anmeldung des Nutzers. Eine Navigation wäre hier störend. Quelle: smartimize.com

    Für Landing Pages, die sich in die Struktur deiner Haupt-Website einfügen, ist die Navigation natürlich wichtig und hilfreich. Bedenke, dass sich das durchschnittliche menschliche Kurzzeitgedächtnis lediglich 5 bis 9 Begriffe merken kann. Du solltest die Anzahl deiner Haupt-Menüpunkte demnach möglichst gering halten, um eine angenehme Orientierung zu gewährleisten: Liest der Nutzer den letzten Navigationspunkt, sollte er noch wissen, was auf dem ersten Stand.

    Wenn du nicht sicher bist, wie du deine Navigation (ggf. mit Untermenüs) strukturieren sollst, empfehle ich den sogenannten “Card Sorting Test”. Schreibe all deine Menüpunkte auf Kärtchen und lasse sie von verschiedenen (möglichst nicht betriebsblinden) Menschen in eine für sie logische und sinnvolle Struktur bringen. So siehst du in der Regel schnell Überschneidungen und kannst dein Menü entsprechend aufbauen.
    Otto.de Nils Kattau Landing Page Optimierung

    Bild: Die Navigation bei OTTO.de ist aufgrund der vielen Menüpunkte sehr unübersichtlich und schwer nutzbar. Quelle: otto.de

    Baustein 2: Die Haupt-Überschrift

    Die Hauptüberschrift ist meiner Erfahrung nach das wichtigste Element innerhalb einer Landing Page. Sie ist primär ausschlaggebend dafür, ob Nutzer tiefer in die Seite einsteigen – oder diese sofort wieder verlassen. Ich habe A/B-Tests gesehen, wo allein die Veränderung der Hauptüberschrift für eine Verdopplung oder Halbierung der Leads sorgte.

    Inhalt

    Eine Hauptüberschrift sollte unmissverständlich (!) vermitteln: Worum geht es hier und was bringt mir das? Zu kreativ getextete Überschriften sorgen regelmäßig dafür, dass Nutzer interpretieren müssen – und das tun sie oft nicht so wie gewünscht. Halte es wie Steve Krug: „Don’t make me think“ (Buchtipp!).

    Ggf. kann es Sinn machen, emotionale Überschriften zu formulieren, welche neugierig machen oder den „Schmerz“ des Nutzers ansprechen („Sie verlieren jeden Tag Kunden“). In diesem Fall bietet es sich an, die genauere Erklärung des „Worum geht es hier?“ in einer Unter-Überschrift unterzubringen.

    Bedenke bei kampagnenspezifischen Landing Pages dringend, dass die Aussage des Werbemittels mit der Aussage der Hauptüberschrift übereinstimmen sollte. Dies nennt man Message Match. So weiß der Nutzer direkt, dass er auf der richtigen Seite angekommen ist, nachdem er auf das Werbemittel geklickt hat.

    Wortreihenfolge

    Beim Überfliegen von Inhalten („Skimming“ – mehr dazu weiter unten im Abschnitt Der Inhalt) werden insbesondere die Worte am Anfang und am Ende einer Überschrift wahrgenommen. Formuliere deine Überschrift(en) entsprechend: Das erste und das letzte Wort sollte unbedingt inhaltsreich und relevant sein. Überschriften, welche mit „Kennen Sie (…)“, „Willkommen bei (…)“ oder „Wir bieten (…)“ beginnen, sind nicht skimming-freundlich.

    Aufmerksamkeit Wording Nils Kattau Landing Page Optimierung

    Bild: Menschen nehmen insbesondere den Anfang und das Ende von Überschriften wahr.

    Baustein 3: Der Heroshot

    Als „Heroshot“ bezeichnet man die Abbildung des Angebots als Bild oder Video innerhalb der Landing Page. Typischerweise ist der Heroshot im oberen Bereich der Seite platziert.

    Erklärend oder emotional?

    Je nach Art des Angebots oder der Marketing-Kampagne kann der Heroshot erklärend oder emotional sein. Während erklärende Heroshots vor allem das Funktionsprinzip oder einzigartige Vorteile kommunizieren, heben emotionale Heroshots vor allem das Design oder den „joy of use“ hervor – etwa durch die Abbildung von Menschen bei der Nutzung des angebotenen Produkts.

    Was besser ist, kann ich pauschal nicht sagen. Hier muss zwangsweise mittels A/B-Testing herausgefunden werden, welche Art des Heroshots die Nutzer eher anspricht und letztendlich ihre Kaufentscheidung positiv beeinflusst.

    Sympathie & Spiegelneuronen

    Die Abbildung von Menschen kann unter Umständen riskant sein. Geschmäcker sind verschieden und beim Betrachten eines Menschen – und insbesondere seines Gesichts – entscheidet unser Hirn im Bruchteil einer Sekunde, ob uns dieser Mensch sympathisch oder unsympathisch ist. Eine negative Erfahrung an dieser Stelle kann sich intensiv auf die Wahrnehmung des Angebots übertragen.

    Gleichzeitig sollten generell eher positive Emotionen abgebildet werden. Die Spiegelneuronen in unserem Hirn sorgen dafür, dass wir das Verhalten und die Stimmung anderer Menschen aufgreifen. Betreibst du beispielsweise eine Landing Page für eine Nachhilfeschule, solltest du nicht den traurigen Schüler mit der 5 in Mathe, sondern den stolzen 2er-Schüler zeigen.

    Du solltest dafür sorgen, dass die Besucher deiner Seite positiv gestimmt sind.

    Zeige das Ziel. Nicht das Problem.

    Stockphotos & Bilddatenbanken

    Verwende weder das Foto der Telefonistin mit Headset, die zufällig auch Hochglanzmodel ist, noch das Foto der ethnisch möglichst vielseitigen Gruppe, welche jubelnd am Konferenztisch die Unterlagen in die Luft wirft. Das glaubt dir einfach niemand.
    Grundsätzlich solltest du keine Bilder aus Bilddatenbanken einsetzen. Diese Bilder sind meist nicht authentisch sowie inflationär im Internet verbreitet. Hierdurch entsteht ein Vertrauensbruch und dieser kann sich negativ auf deine Conversion Rate auswirken.

    Sei echt. Zeige deine Kollegen bei der Arbeit. Schieße selbst Fotos deiner Produkte. Der Aufwand ist überschaubar und der Effekt oft stark sichtbar.

    Und wenn es mal ein Stockphoto sein muss, dann verwende wenigstens eines, welches noch nicht oft heruntergeladen wurde. Von einem Model, das nicht auf jedem dritten Bild zu sehen ist – mal als Arzt, mal als Bauarbeiter, mal als Anwalt und mal als rüstiger Rentner.

    Okay, ich denke, ich habe meine Aversion gegenüber Stockphotos ausreichend klargemacht. Weiter geht’s 😉

    Baustein 4: Die Vorteilskommunikaton

    Menschen interessieren sich nicht für dein Angebot – es sei denn, sie verstehen, was ihnen das Ganze bringt. Aus diesem Grund stellt die Vorteilskommunikation einen unverzichtbaren Baustein für Landing Pages dar.

    Platzierung

    Grundsätzlich sollten Vorteile an vielen Stellen kommuniziert werden – z. B.:

    • In Überschriften – und insbesondere der Hauptüberschrift
    • In der Kopfzeile
    • Im Inhaltsbereich
    • In unmittelbarer Nähe des Conversion-Elements
    • In einer prominenten Vorteilsaufzählung

    Der letzte Punkt – also die prominente Vorteilsaufzählung – ist hierbei am genauesten zu durchdenken. Platziert man die Vorteilsaufzählung gut sichtbar im oberen Bereich der Landing Page, werden Nutzer sehr früh verstehen, was sie von der Nutzung deines Angebots haben. So können sie eher entscheiden, ob sich ein intensiveres Auseinandersetzen mit deiner Landing Page für sie lohnt.

    Landing Page Optimierung Nils Kattau

    Bild: Die Vorteilsaufzählung muss natürlich nicht zwingend eine Liste mehrerer Bullet Points sein – auch einzelne „Boxen“ mit passenden Überschriften und Icons o. ä. sind denkbar. Quelle: nilskattau.de/tipps

    Nutzen vor Eigenschaften

    Auf den meisten Landing Pages werden lediglich Eigenschaften kommuniziert – nicht jedoch Nutzen. Doch gerade Letztere stellen oft einen sehr wirksamen Hebel für mehr Conversions dar. Du kannst die Eigenschaften deines Angebots ganz einfach in Nutzen übertragen.

    Stelle dir hierzu einfach die Frage: „Welche(n) persönlichen Nutzen hat mein Kunde durch diese Angebots-Eigenschaft?“

    Ein einfaches Beispiel:

    Produkt: Bürostuhl
    Eigenschaft: Ergonomische Rückenlehne
    Frage: Welche persönlichen Nutzen hat mein Kunde durch eine ergonomische Rückenlehne?
    Antwort (=Nutzen): Bessere Sitzhaltung, weniger Rückenschmerzen, stärkere Rückenmuskulatur

    Es macht nun Sinn, Nutzen zu kommunizieren und diese mit Eigenschaften zu „beweisen“.

    Anhand des obigen Beispiels könnte ein Vorteil also wie folgt formuliert sein:

    Weniger Rückenschmerzen dank gesunder Sitzhaltung – unsere ergonomisch geformte Rückenlehne wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten entwickelt.

    So identifizierst du die wirksamsten Vorteile

    Viele Angebote verfügen über zahlreiche Vorteile. Während es Sinn macht, möglichst viele über die gesamte Landing Page verteilt zu kommunizieren, sollte deine prominente Vorteilsaufzählung nur die wirksamsten Vorteile enthalten.

    Doch welche sind die wirksamsten Vorteile? Du bist entweder unerfahren oder betriebsblind. Du kannst das nicht beantworten. (No offense – das geht uns allen so 😉)
    Und um herauszufinden, welche die wirksamsten Vorteile sind, musst du deine Nutzer befragen. Setze hierfür ein User Research Tool wie z. B. Hotjar ein und stelle deinen Nutzern Fragen. Der folgende Ablauf hat sich bei mir immer gut bewährt:

    1. Frage mit Freitext-Antwort: Was ist Ihnen beim Kauf von [Produkt] wichtig?
    2. Ergebnisse auswerten und ähnliche Antworten clustern/gruppieren. Z. B. nach „Preis“, „Qualität“, „Ausstattung“, „Standort“, …
    3. Frage mit Multiple-Choice-Antwort: „Was ist Ihnen beim Kauf von [Produkt] wichtig?“ (Antworten sollten die top 5 bis 7 erstellten Cluster aufgreifen)
    4. Voila: Du hast deine Top-Vorteile durch echte User Research identifiziert. 🙂

    Baustein 5: Die vertrauensbildenden Elemente

    Wenn ich dir nicht vertraue, werde ich dein Formular nicht ausfüllen – und erst recht nichts bei dir kaufen.

    Sofern du nicht für Amazon, Hugo Boss, OTTO oder ähnliche Größen arbeitest, welche über große Marktbekanntheit verfügen, solltest du bei deinem Besucher schnellstmöglich Vertrauen aufbauen. (Das heißt nicht, dass vertrauensbildende Elemente nicht auch für bekannte Marken eingesetzt werden sollten.)

    Social Proof

    Stelle dir vor, du hast Hunger auf einen Döner – oder eine Falafel. Vor dir befinden sich zwei Buden. Beide sind geöffnet. Vor der linken stehen 20 Leute an, bei der rechten bestellt niemand. Wo würdest du essen wollen?

    Der Mensch ist ein Herdentier. Wir tun das, was andere tun (z. B. Straßen bei roter Ampel überqueren – zumindest in Berlin) und kaufen, was andere kaufen.

    Was in der Offline-Welt ganz von allein passiert, gestaltet sich online etwas komplizierter. Uns stehen lediglich Text und Design als Werkzeuge bereit, um unseren Nutzern zu suggerieren, dass bei uns „viel los“ ist..

    Hier kommt der Social Proof ins Spiel – der soziale Beweis. Mittels einfacher Hinweistexte oder „siegelartig“ dargestellter Argumente kannst du deinen Nutzern das Gefühl geben, dass andere dein Angebot für gut erachten.

    Hier sind einige Social Proof-Beispiele für deine Inspiration:

    • 9 von 10 Kunden empfehlen uns weiter
    • Wir sagen danke für mehr als 5.000 Kunden
    • 96% Kundenzufriedenheit
    • Ausgezeichnet: Wir zählen zu den Top 3 Anbietern für [Produkt]
    • Momentan schauen sich 5 Besucher dieses Produkt an
    • Letzte Bestellung vor 31 Minuten
    • Nur noch 13 von 200 Produkten verfügbar
    • Abbildung von Kundenlogos

    Andere vertrauensbildende Elemente für deine Inspiration (nicht Social Proof):

    • 14x in Deutschland – besuchen Sie uns vor Ort
    • 24 Stunden Kundenservice – erreichbar unter 01234 / 567890
    • Geld-zurück-Garantie – ohne Wenn und Aber
    • Bestpreisgarantie: Unser Produkt erhalten Sie nirgendwo günstiger

    Online Marketing Konferenz Berlin Nils Kattau

    Bild: Auch die Angabe der Anzahl der Social Shares kann Vertrauen schaffen. Quelle: om.live

    Reviews & Testimonials

    Kundenkommentare gehören zweifelsohne zu den effektivsten vertrauensbildenden Elementen. Sie sollten echt sein, authentisch und möglichst konkret.

    Ein „Jederzeit gerne wieder“ ist nicht so stark wie ein „Ich habe meine Verkäufe nach 4 Wochen um 30% gesteigert“, doch im Endeffekt macht die Mischung das Ganze glaubwürdig.

    Das typische Problem: Menschen bewerten nur, wenn sie sehr zufrieden sind – oder sehr unzufrieden. Insbesondere im letzteren Fall wird der Unmut gerne in die Tasten gehämmert. Und das möglichst öffentlich.

    Wie kannst du es also schaffen, ein möglichst homogenes Bild aus Bewertungen und Reviews zu erhalten? Frag’ einfach nach!

    Der Auftrag ist seit einer Woche abgeschlossen? Bitte deinen Kunden um eine Bewertung. Nicht alle werden zustimmen, doch es werden definitiv mehr sein, als wenn du nicht fragen würdest.

    Solltest du einen Kunden davon überzeugen können, ein Testimonial als Video abzugeben, ist das goldwert.

    Baustein 6: Der Inhalt

    Es gibt Landing Pages, die besser funktionieren, wenn der Inhalt auf ein Minimum reduziert ist. Dieses Szenario „Short Copy vs. Long Copy“ solltest du in einem A/B-Test durchspielen. Die Erstellung deines Inhalts ist natürlich höchst individuell – doch ein paar allgemein anwendbare Tipps gebe ich dir gerne mit:

    Sei skimming-freundlich

    Als „Skimming“ bezeichnet man das sehr grobe Überfliegen der Inhalte einer Website auf der Suche nach Anhaltspunkten, ob es den Aufwand wert ist, hier tiefer einzusteigen – oder ob man besser auf den Zurück-Button des Browsers klickt.

    Beim Skimming bleibt der Blick des Nutzers insbesondere an Kontrastpunkten sowie an Anfang und Ende von Textabschnitten kurz stehen.

    Du solltest deine Inhalte also so mit Kontrastpunkten ausstatten, sodass die relavantesten Elemente deiner Landing Page möglichst nicht übersehen werden. Dies schaffst du z. B. mithilfe folgender Methoden:

    • Wortfettung (vereinzelt!)
    • Hervorhebung durch Kontrastfarben
    • Blicklenkung durch richtungsweisende Elemente (z. B. Pfeile, Fingerzeige)
    • Einsatz von White Space (Abstände, Absätze etc.) für bessere Orientierung
    • Einsatz beschreibender, leicht verständlicher Bilder und Icons

    Empathie ist King

    Beim Konsumieren von (Landing Page-) Inhalten befindet sich der Großteil der Nutzer in einem ständigen „inneren Dialog“. Er stellt sich eine Frage und erhält (hoffentlich) die Antwort. Versetze dich in deinen Nutzer hinein: Welche Informationen benötigt dein Nutzer in welchem Moment bzw. in welcher Reihenfolge? Der vermutete innere Dialog sollte den Aufbau deiner Inhalte maßgeblich bestimmen.

    Um dem Nutzer die Erfassung deiner Inhalte so einfach wie möglich zu machen, solltest du mit vielen aussagekräftigen Zwischenüberschriften arbeiten. So kann er einfach und schnell entscheiden, ob der folgende Abschnitt für ihn relevant ist.

    Niemand mag Textwüsten

    Deine Inhalte sollen gelesen werden. Und im Optimalfall soll dein Nutzer dies auch noch gerne tun. Lockere deine Inhalte deshalb durch den Einsatz verschiedener Elemente auf.

    Folgende Elemente helfen dir im Kampf gegen Textwüsten:

    • Aufzählungslisten
    • Zwischenüberschriften
    • Tabellen
    • Hervorgehobene Zitate
    • Bilder & Illustrationen
    • Videos
    • White Space

    Baustein 7: Das Conversion-Element

    Das Conversion-Element leitet den nächsten Schritt in deiner Kundenbeziehung ein. Kleinste Fehler können an dieser Stelle für den Erfolg oder Misserfolg deiner Landing Page entscheidend sein.

    Positionierung

    Das Conversion-Element sollte so früh wie möglich und so spät wie nötig auf deiner Landing Page platziert sein. Es macht keinen Sinn, dem Nutzer ein Lead-Formular ins Gesicht zu werfen, wenn er noch nicht einmal weiß, welches Problem dein Angebot löst.

    Je höher die Hemmschwelle für die Durchführung des „nächsten Schrittes“ und je komplexer das Produkt, desto später sollte das Conversion-Element platziert werden. Auch ein „mitscrollendes“ Conversion-Element ist für sehr lange Seiten denkbar. Die bestmögliche Position des Conversion-Elements solltest du jedoch unbedingt testen – hier gibt es kein „one size fits all„.

    Sollte das Conversion-Element weiter unten auf deiner Seite platziert sein, ist es grundsätzlich sinnvoll, für wiederkehrende Nutzer im oberen Bereich der Seite (“above the fold”, also bevor der Nutzer scrollt) einen Link (z. B. als Button) einzubauen, welcher den Nutzer direkt zum Formular scrollen lässt.

    Handlungsaufforderung

    Die Handlungsaufforderung („Call-to-Action“ bzw. „CTA“) sollte direkt über dem Conversion-Element platziert sein. In ihr sollte nochmals beschrieben werden, was der Nutzer erhält und warum das Ganze gut für ihn ist.

    In Einzelfällen kann auf die zusätzliche Handlungsaufforderung bei einem CTA-Button verzichtet werden, sofern der CTA-Button selbst den beschriebenen Anforderungen genügt. Formulare funktionieren erfahrungsgemäß in fast allen Fällen besser, wenn sie mit einer Handlungsaufforderung eingeleitet werden.

    Handlungsaufforderungen sollten das Ziel des Nutzers kommunizieren Nils Kattau

    Bild: Handlungsaufforderungen sollten das Ziel des Nutzers kommunizieren. Quelle: nilskattau.de/tipps

    Formular

    Sofern es sich bei deinem Conversion-Element um ein Formular handelt, solltest du einige Punkte berücksichtigen:

    Platziere die Eingabefeld-Bezeichnungen („Labels“) außerhalb der Felder. Bei sog. Inline-Labels (auch „Placeholder“ genannt) verschwinden die Labels nach erfolgter Eingabe. Dies erschwert die Prüfung der eingegebenen Inhalte, da nicht klar ist, was in welchem Feld anzugeben war. Noch unübersichtlicher wird es, wenn das Formular durch die Autocomplete-Funktion des Browsers gefüllt wird.

    Setze die richtigen HTML5-Input-Types ein. (Der Entwickler deines Vertrauens weiß, wie das geht.) Somit erscheinen bei der Formular-Interaktion auf Mobilgeräten direkt die richtigen Eingabe-Interfaces. Bei E-Mail-Adress-Feldern etwa ist das @-Zeichen direkt auf der Tastatur sichtbar, bei Telefonnummer-Feldern öffnet sich die numerische Tastatur und Datums-Felder können über das mobilbetriebssystem-eigene Datepicker-Interface ausgefüllt werden. Das reduziert Fehleingaben und erhöht die Usability auf Mobilgeräten enorm.

    Durch HTML5 Input Types wird die passende Tastatur für das Nummern-Eingabefeld aufgerufen.

    Bild: Durch HTML5 Input Types wird die passende Tastatur für das Nummern-Eingabefeld aufgerufen. Quelle: om.live

    Zeige deinem Nutzer bei fragwürdigen oder potentiell missverständlichen Formularfeldern kurze Info- oder Hilfetexte. Warum ist beispielsweise die Angabe von Telefonnummer und E-Mail nötig? Wo findet der Nutzer den Sicherheitscode auf seiner Kreditkarte? Hilfetexte können hier die Abbruchrate spürbar senken.

    Über die Länge des Formulars kannst du die Qualität und Quantität der Leads ein Stück weit steuern. Je weniger du abfragst, desto mehr Anfragen wirst du in der Regel erhalten, jedoch auf Kosten der Lead-Qualität. Das Abfragen weiterer Informationen (als Pflichtfeld) wird die Hemmschwelle und Qualität steigern, allerdings auf Kosten der Anzahl der Anfragen. Auf meiner eigenen Website beispielsweise frage ich besonders viele und sensitive Informationen ab, da ich keine Zeit mit irrelevanten Beratungsgesprächen verbringen möchte.

    Der Button

    Der Button ist typischerweise besonders auffällig. Erzielt wird dies z. B. durch die Hervorhebung durch Größe und Form des Interaktionselements und den Einsatz einer auffälligen Kontrastfarbe. Welche Farbe das ist, ist – entgegen des weit verbreiteten Conversion-Halbwissens – übrigens ziemlich irrelevant.

    Der Button wird beim Betrachten einer Landing Page meist sehr früh wahrgenommen. Diese hohe Aufmerksamkeitsstärke des Buttons solltest du nutzen – indem du das Ziel des Nutzers auf den Button schreibst. Beschriftungen wie „Senden“, „Weiter“ oder „Angebot anfordern“ funktionieren wesentlich schlechter als aussagekräftigere, nutzenzentrierte Formulierungen.

    In unmittelbarer Nähe deines Buttons solltest du außerdem eine kurze Information platzieren, welche beschreibt, ob durch den Klick Kosten oder Verbindlichkeiten entstehen. Ein knappes „kostenlos & unverbindlich“ unter dem Button kann nicht schaden.

    Randnotiz: Teste keine Buttonfarben. Grün, orange, blau, rot – es macht so gut wie nie einen Unterschied. Und wenn, dann nur einen äußerst kleinen. Setze deine Testing-Ressourcen für relevante Tests ein.

    Bonustipp: Ändere nichts ohne Test. Teste so viel und so oft wie möglich.

    Alles, was du gerade gelesen hast, sind Best Practices. Best Practices sind sehr spezifisch und kontextbezogen und funktionieren unterschiedlich gut in Abhängigkeit vieler Faktoren – wie z. B. Trafficquelle, Marktbekanntheit, Markenimage, Bedarfsgruppendemographie und Saisonalität.

    Was für die ersten drei Websites funktioniert, kann für die vierte eine Minderung der Conversions bedeuten.

    Übernimm deshalb nichts, ohne es zu hinterfragen – und A/B-teste, wo immer es dir möglich ist. Je mehr du testest, desto mehr lernst du über deine eigenen Besucher. Und desto besser kann deiner Landing Page konvertieren.

    Viel Spaß dabei :-)

    Solltest du mehr über Landing Page Optimierung wissen wollen, melde dich jetzt gleich zu unserem bevorstehenden Conversion Livestream – Landing Page Tipps an.

    Über Nils Kattau
    Nils Kattau zählt zu den erfahrensten Conversion Optimierern. Als ehemaliger CEO einer der größten Conversion Agenturen teilt der Berliner heute sein Wissen mit der Welt. Abonniere seine Conversion Tipps oder besuche die Website seiner Online Marketing Konferenz OMLIVE.
    » Mehr Blog Posts von Nils Kattau
    • Markus Schmid

      Ein spannender Artikel – danke schön!

      • Nils Kattau

        Danke für’s Lesen :-)

    • Danke für den tollen Artikel Nils! Dafür gibt’s ein Like’n’Share.

      Zwei Fragen: Wie stehst du zu naked Landingpages, wo es quasi keine Gestaltungselemente gibt, außer ein Video + Formular + CTA (meistens vor weißem Hintergrund)?

      Was ist besser? Eine kurze Seite, bei der alles ATL ist oder eine lange, ausführliche Seite mit Referenzen, FAQ, möglichen Einwänden etc.?

      Danke vorab und viele Grüße aus Frankfurt!

      • Nils Kattau

        Hey Tomas, danke für’s Teilen!
        Zu 1: Finde ich nicht allzu sinnvoll, da Nutzer sich oft in einem Szenario befinden, in welchem das Ansehen eines Videos nicht (gut) möglich ist. (Kein WiFi, Großraumbüro, öffentliche Verkehrsmittel, im Bett neben der Frau und keine Kopfhörer).
        Zu 2: Teste lang gegen kurz. ;-) Beides kann funktionieren. Lange Seiten ersparen einiges an Beratungsaufwand.